Patchwork
Patchwork ist englisch und steht für Flickenarbeit. Es ist eine Technik der
Textilgestaltung, bei der viele kleine Stoffstücke aneinandergenäht werden und so
eine grössere Einheit ergeben.
Die meiste Verwendung für Patchwork findet sich in Decken (Quilts), Kleidung,
Taschen, Kissen und Wandbehängen. Früher verwendete man für Patchwork
meistens gebrauchte Textilien, Flicken und Restenstoffe. Heute ist die Beschaffung
von schönen Stoffen eine wesentliche Aufgabe der Patcherin. Häufig werden diese
zusätzlich durch Bänder, Wolle und diverse synthetische Materialien ergänzt.
Quilt
Das Wort „Quilt“ kommt aus dem Englischen und heisst wörtlich übersetzt
einfach „Steppdecke“. Aber diese Bedeutung ist längst kein zutreffender
Ausdruck mehr für die Meisterwerke, die unter dem Namen Quilt im Amerika
der Kolonialzeit entstanden und heute dort und auch bei uns wieder neu
entstehen. Ein Quilt besteht immer aus drei Stofflagen:
1.
Die Quiltoberseite, auch Quilttop genannt, ist entweder kunstvoll aus
vielen Stoffteilen zusammengesetzt oder mit zahlreichen
Applikationen versehen.
2.
Die Zwischenlage bestand früher aus Baumwoll- oder Schafswollwatte
und wird heute meist aus Polyestergewebe gefertigt.
3.
Die Quiltrückseite besteht meist aus einem einheitlichen Stück Stoff,
womit oft gleichzeitig der Quilt an seinen Rändern eingefasst wird.
Diese drei Lagen werden durch einfache Vorstiche miteinander verbunden
und diese Tätigkeit heisst „quilten“. Man unterscheidet drei Arten von Quilts:
1.
Beim Patchwork (= Flickwerk)-Quilt ist die Quiltoberseite aus vielen
einzelnen aneinander-ge-nähten Stoffteilen zusammengesetzt.
2.
Beim Applikations-Quilt besteht die Oberseite meist aus einem
durchgehenden Stück Stoff, auf das kunstvolle Muster appliziert
werden.
3.
Quilts, bei denen die Oberseite aus einem einfarbigen oder
gemusterten Stoff bestehen, nennt man Wholecloth-Quilts. Die
Musterung erfolgt bei diesen Quilts allein durch die reich-hal-tigen
Quilt-Ornamente.
Die Geschichte des Quilts
Quiltstoffe waren von China ausgehend im ganzen Orient verbreitet.
Kreuzritter nutzten den Stoff für Unterhemden, die sie unter der Rüstung
trugen, und brachten die Kunst des Quiltens nach Europa. Eine Kältewelle im
14. Jahrhundert in England führte zu einer weiten Verbreitung von Quilts in
Form von Kleidung, Decken, Wandteppichen usw.
Frühe amerikanische Siedler, die mit kleinen Stoffstücken arbeiten mussten,
führten das Quilten gemeinsam mit dem Patchwork zu einer heute noch
gepflegten handwerklichen Kunstform. Das gemeinsame Arbeiten der
Siedlerfrauen bei Quilting Bees war ein wichtiges soziales Ereignis, bei dem
die vorbereiteten Patchworkstücke gemeinsam zu Quilts verarbeitet wurden
und Neuigkeiten und Geschichten ausgetauscht wurden. Es entstanden
verschiedene Stile für die Quilts, die als Bettdecke oder Wandbehang häufig
das einzige Schmuckstück in den kargen Blockhütten waren.
PATCHWORK QUILT
© Rita Bigger - 2012
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